In dieser Szene blickt der Schuster Hans Sachs nachts in seinem Zimmer über die Stadt Nürnberg und sinniert über das unvernünftige, wahnhafte Treiben der Menschen, das oft zu Streit und Not führt, fragt sich aber am Ende, wie man diesen Wahn zum Nutzen und zum edlen Werk wenden kann.
In deze scène kijkt de schoenmaker Hans Sachs 's nachts vanuit zijn kamer uit over de stad Neurenberg en overpeinst hij het irrationele, verblinde gedrag van mensen – dat vaak tot twist en ellende leidt – maar vraagt zich uiteindelijk af hoe deze waanzin kan worden omgebogen tot heilzame doelen en nobele daden.
Wahn! Wahn!
Überall Wahn!
Wohin ich forschend blick',
in Stadt- und Weltchronik,
den Grund mir aufzufinden,
warum gar bis aufs Blut
die Leut' sich quälen und schinden
in unnütz toller Wut!
Hat keiner Lohn
noch Dank davon:
in Flucht geschlagen,
wähnt er zu jagen;
hört nicht sein eigen Schmerzgekreisch,
wenn er sich wühlt ins eig'ne Fleisch,
wähnt Lust sich zu erzeigen!
Wer gibt den Namen an?
's ist halt der alte Wahn,
ohn' den nichts mag geschehen,
's mag gehen oder stehen!
Steht's wo im Lauf,
er schläft nur neue Kraft sich an:
gleich wacht er auf,
dann schaut, wer ihn bemeistern kann!
Wie friedsam treuer Sitten,
getrost in Tat und Werk,
liegt nicht in Deutschlands Mitten
mein liebes Nürenberg!
Er blickt mit freudiger
Begeisterung ruhig vor sich hin
Doch eines Abends spat,
ein Unglück zu verhüten
bei jugendheissen Gemüten,
ein Mann weiss sich nicht Rat;
ein Schuster in seinem Laden
zieht an des Wahnes Faden;
wie bald auf Gassen und Strassen
fängt der da an zu rasen!
Mann, Weib, Gesell und Kind
fällt sich da an wie toll und blind;
und will's der Wahn gesegnen,
nun muss es Prügel regnen,
mit Hieben, Stoss' und Dreschen
den Wutesbrand zu löschen.
Gott weiss, wie das geschah?
Ein Kobold half wohl da:
ein Glühwurm fand sein Weibchen nicht;
der hat den Schaden angericht't.
Der Flieder war's: Johannisnacht!
Nun aber kam Johannistag!
Jetzt schaun wir, wie Hans Sachs es macht,
dass er den Wahn fein lenken mag,
ein edler Werk zu tun:
denn lässt er uns nicht ruh'n,
selbst hier in Nürenberg,
so sei's um solche Werk',
die selten vor gemeinen Dingen
und nie ohn' ein'gen Wahn gelingen.
Die Meistersinger von Nürnberg, Act III: Wahn! Wahn! Überall Wahn! (Live at the Bayreuth Festival, 1975) · Karl Ridderbusch · Bayreuther Festspielorchester · Silvio Varviso Wagner: Die Meistersinger von Nürnberg ℗ 1975 Universal International Music B.V. Released on: 2025-05-23 Composer Lyricist: Richard Wagner
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